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Inklusive Zahnarztambulanz in Volmarstein gewinnt Sozialpreis

Seit 2019 gibt es für die Bewohnerinnen und Bewohner der beiden Spezialpflege-Einrichtungen der Evangelischen Stiftung Volmarstein eine eigene Zahnarztambulanz. Dieses besondere Gemeinschaftsprojekt mit der Zahnklinik der Universität Witten/Herdecke (UW/H) ist mit dem Sozialpreis „innovatio“ ausgezeichnet worden. Mit diesem Preis werden konkrete Projekte der kirchlichen Wohlfahrt ausgezeichnet, die Menschen neue Perspektiven eröffnen. Von dem Preisgeld in Höhe von 4000 Euro wird ein Röntgengerät angeschafft.

„Durch die Zahnarzt-Ambulanz wird ein Beitrag zur Verminderung sozial bedingter Ungleichheit von Gesundheitschancen geleistet“, heißt es in der Würdigung. Bundesweit ist es ein zahnärztliches Pilotprojekt, bei dem die Versorgung zuhause bei den Patientinnen und Patienten stattfindet. Konkret sind es rund 130 Menschen mit schwerer Behinderung, die im Haus Bethanien und im Hans-Vietor-Haus in Volmarstein leben. Jeden Dienstag kommt für sie Dr. Peter Schmidt, Oberarzt der Zahnklinik der Uni Witten/Herdecke, ins Haus Bethanien. Dort wurde die Ambulanz mit den üblichen Geräten eingerichtet.

Für die Bewohnerinnen und Bewohner der beiden Einrichtungen war das eine große Erleichterung: Denn bis dato mussten sie bei allen Zahn-Problemen stets mit Begleitung in die UW/H-Zahnklinik nach Witten gefahren werden. „Solch ein Termin dauerte drei bis vier Stunden und war enorm strapaziös“, erklärt Felicitas Kleeberg, Leitung sozialtherapeutische Dienste in der Spezialpflege der Stiftung Volmarstein. Dank der Ambulanz vor Ort in Volmarstein sind die Termine nun wesentlich kürzer. „Und weil sie in gewohnter Umgebung stattfinden, sind sie für die Patientinnen und Patienten auch wesentlich entspannter“, berichtet Dr. Peter Schmidt.

Mehr Sicherheit im Straßenverkehr durch Fitness-Checks

Mit steigendem Alter wächst das Risiko eines selbstverschuldeten Autounfalls. Laut Destatis trugen 2019 bei Verkehrsunfällen zwei Drittel der über 64-jährigen die Hauptschuld, bei den über 75-jährigen sogar drei von vier. „Um die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen, bietet TÜV Süd Fitness-Checks für ältere Verkehrsteilnehmende an“, sagt Andrea Häußler, Verkehrsexpertin und Mitglied der Geschäftsleitung der TÜV Süd Life Service GmbH.

Für ältere Menschen bedeutet das eigene Auto ein Stück Unabhängigkeit und Selbstbestimmung. In ländlichen Gegenden sind viele sogar darauf angewiesen, für Besorgungen das Auto zu nehmen, wenn öffentliche Angebote wie Busse oder Bahnen fehlen. Kommen zum Alter aber auch körperliche Einbußen dazu, sollte das eigene Fahrkönnen kritisch hinterfragt und verantwortungsbewusst gehandelt werden. „Wir empfehlen zur Beurteilung der Fahrtüchtigkeit, zunächst die Hausärztin oder den Hausarzt zu konsultieren. In der Regel kennen sie die behandelte Person gut und können eine realistische Einschätzung über das Fahrvermögen abgeben, gerade wenn regelmäßig starke Medikamente eingenommen werden. Sie haben den Medikamentenplan vorliegen und kennen die Nebenwirkungen der Arzneimittel“, erklärt Andrea Häußler.

Fitness-Check für ältere Verkehrsteilnehmende

Einige Menschen spüren mit steigendem Alter Überforderung im Straßenverkehr und werden unsicher, ob sie noch wirklich in der Lage sind, ein Auto sicher zu fahren. „Allerspätestens wenn Angehörige und Bekannte einen auf mögliche Defizite ansprechen, sollte gehandelt werden“, erklärt die Verkehrsexpertin. TÜV Süd bietet dafür einen sogenannten Fitness-Check an. In diesem Test wird anhand verschiedener Leistungsproben untersucht, wie gut Reaktion, Wahrnehmung und Konzentration sind. Wer den Test besteht, kann mit dem guten Gefühl nach Hause gehen, noch fahrtauglich zu sein. Aber nicht nur das eigene Gefühl zählt. Auch der Gesetzgeber fordert ein, stets selbst zu überprüfen, ob man trotz Erkrankung oder altersbedingter Beeinträchtigungen wirklich in der Lage ist, ein Fahrzeug im Verkehr sicher zu führen. Den finanziellen Schaden trägt bei einem Schuldnachweis nämlich auch der Unfallverursachende.

Mögliche Gründe für eine Beeinträchtigung

Nach einer schweren Operation ist der Körper geschwächt und benötigt eine entsprechend lange Rekonvaleszenz, die mit dem Verzicht auf das Auto einhergehen sollte. Wer starke Medikamente über einen längeren Zeitraum einnimmt, sollte sich der Nebenwirkungen wie beispielsweise Konzentrationsstörungen bewusst sein. Krankheiten wie Diabetes, Herzrhythmusstörungen oder Schlaganfälle können ebenso Auswirkungen auf die Fahrtauglichkeit haben.

Im Fitness-Check werden die verkehrsmedizinische und verkehrspsychologische Untersuchung zusammen mit den hausärztlichen Befunden ausgewertet. Die mitgebrachten medizinischen Unterlagen werden gesichtet und es wird geklärt, ob diese Auswirkungen auf die Fahreignung haben. Ein testdiagnostisches Leistungsbild soll Aufschluss über das Leistungsvermögen geben, so dass es möglich ist, individuelle Empfehlungen auszusprechen. Berichte und Ergebnisse werden streng vertraulich behandelt.

Fakten zum Fitness-Check im Überblick:

  • Auswertung der mitgebrachten medizinischen Befunde
  • Individuelle verkehrsmedizinische Untersuchung
  • Spezielle verkehrspsychologische Leistungstestverfahren
  • Falls erforderlich: ein praktischer Fahr-Check
  • Beratung und Empfehlungen durch erfahrene Expertinnen und Experten
  • Vertraulichkeit
  • Schriftliches Zertifikat
  • Individuelle Auskunft und hilfreiche Empfehlungen zum sicheren Verhalten

„Mit steigendem Alter nimmt die Routine zu, aber mit der Schnelligkeit und Dichte des heutigen Straßenverkehrs kommt auch schnell Überforderung. Dazu kommen Einschränkungen im Sichtfeld, schnellere Ermüdung und eine langsamere Reaktion“, berichtet Andrea Häußler. Die eigene Fahrtüchtigkeit kritisch zu hinterfragen, sollte deshalb eine Selbstverständlichkeit sein. Häufig gibt es Alternativen zum eigenen PKW. Es gibt Nachbarschaftshilfen oder soziale Einrichtungen, die eine Begleitung zum Einkaufen oder zu medizinischen Behandlungen ermöglichen. Für Menschen, die keine Möglichkeit haben, den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen, stehen alternativ auch Lieferdienste zur Verfügung.

20.07.2021 DGA | Quelle: TÜV Süd AG

Achtung: Rentner werden mit teuren Büchern abgezockt

Seniorinnen und Senioren berichten, wie ihnen Haustürvertreterinnen und Haustürvertreter Bücher für mehrere tausend Euro verkaufen. Die Lexika und Nachbildungen historischer Bücher seien eine sichere Geldanlage und könnten in absehbarer Zeit mit hohem Gewinn wiederverkauft werden – so versprechen es die Vertreterinnen und Vertreter den Verbraucherinnen und Verbrauchern. Dem vzbv liegen Fälle von Betroffenen vor, die mit dieser Masche bis zu 100.000 Euro verloren haben. Denn die Bücher können tatsächlich nur zu einem Bruchteil des Kaufbetrages wieder verkauft werden.

7.000 Euro für einen Bildband, 11.000 Euro für die Nachbildung einer historischen Psalter-Sammlung – diese horrenden Summen haben Senioren für angeblich seltene Bücher bezahlt. Die Verbraucher sind dem Versprechen erlegen, es handle sich hier um wertvolle Ausgaben und damit eine sichere Geldanlage mit hoher Rendite. Versprochen wurde den Käufern das von Haustürvertreten. Diese Haustürvertreter haben das gesamte Paket zu dieser angeblich sicheren Anlage im Angebot. Das nötige Kleingeld fehlt, um die Bücher überhaupt zu erwerben? Kein Problem mit dem richtigen Kredit, den der Vertreter ebenfalls griffbereit hat. Die Verbraucher wissen nicht, wie sie die Bücher dann gewinnbringend verkaufen sollen? Auch das kann der Vertreter organisieren, allerdings nur gegen Vorkasse. Mit dieser Masche haben vornehmlich ältere Verbraucher mehrere tausend Euro verloren.

Dem vzbv liegt der Fall einer 90-Jährigen vor, die über mehrere Jahre insgesamt 100.000 Euro für verschiedene Bücher ausgegeben hat. Ein anderes Rentnerpaar schildert, dass es fast die Hälfte seines monatlichen Einkommens für die Kredite aufwenden muss, die es zum Kauf der Bücher abgeschlossen hat.
Verlustgeschäft statt Geldanlage

Das Tragische ist, besonders häufig sind Menschen mit geringem Einkommen betroffen. Die Verbraucher möchten ihre niedrige Rente etwas aufbessern oder Geld für ihre Enkel anlegen. Das Geld ist aber verloren, denn zu einem Verkauf durch die Vertreter kommt es in den meisten Fällen nicht. Falls sich doch ein anderer Käufer findet, erhalten die Verbraucher in der Regel das investierte Geld nicht zurück. Wer kein Experte für wertvolle Bücher ist, kann über den wahren Wert von Büchern schnell getäuscht werden.

Verbraucherzentralen helfen weiter

Verbraucher, die Hilfe in ihrem individuellen Fall benötigen, sollten die Beratungsangebote der Verbraucherzentralen nutzen, Informationen unter https://www.verbraucherzentrale.de/beratung. Beschwerden können sie über das Beschwerdeportal der Verbraucherzentralen abgeben.

Was tun, wenn die Zahnprothese wackelt?

Wackelt und kippelt die Zahnprothese im Mund, ist das sehr störend. Vor allem jedoch verursacht die wacklige Prothese unangenehme Schmerzen. Durch Druckstellen und Reibung werden Entzündungen der Schleimhaut ausgelöst, die das Leben schwermachen. Hier ist erste Hilfe gefragt. Eine Recherche im Internet zeigt einige Do-it-your-self-Methoden. Doch Vorsicht. Eine nicht fachgerechte Anpassung der Prothese kann das Problem verschlimmern und zu Folgeschäden führen. Wenn die Prothese wackelt, sollte die Zahnärztin oder der Zahnarzt erster Ansprechpartner sein. Gemeinsam mit dem zahntechnischen Meisterlabor wird die Prothese wieder an die veränderte Situation im Mund angepasst – und erhält idealerweise noch einen „Re-fresh“.

Die lockere Prothese kann auf bestimmte Krankheiten hinweisen

Zahnprothesen werden in enger Zusammenarbeit zwischen der Zahnarztpraxis und dem Dentallabor hergestellt. Der Anspruch ist immer: Eine Zahnprothese darf im Mund nicht stören. Daher wird auf hohe Individualität geachtet. Jede Prothese ist perfekt auf die jeweilige Kiefersituation angepasst; denn Patienten sollten ihre Prothesen im Mund nicht wahrnehmen. Vollprothesen (sogenannte Totalprothesen) liegen der Schleimhaut an und halten im Mund durch die exakte Adaption an den Kiefer bzw. an der Schleimhaut und an der Kaumuskulatur. „Mit der Zeit verändert sich jedoch der Kieferknochen. Eine sogenannte Atrophie – Knochenrückgang des Kiefers – ist im Laufe der Jahre normal. Allerdings kann sie auch auf Krankheiten, wie Osteoporose, hinweisen. Deswegen sollten Patienten bei einer lockeren Prothese nicht einfach zur Haftcreme greifen, sondern ihren Zahnarzt zu einer Untersuchung und Klärung der Ursache aufsuchen“, empfiehlt Prof. Lauer.

Fachgerecht: Lockere Prothese passend machen

Durch den Knochenschwund im Kiefer kann die einst gut passende Zahnprothese im Laufe der Zeit zu einer wackligen Angelegenheit werden. „Ich habe das Gefühl, meine Prothese fällt jeden Moment heraus“, sind häufige Aussagen. Betroffene werden unsicher im sozialen Alltag und sind eingeschränkt bei der Nahrungsaufnahme. Doch es gibt fachgerechte Hilfe; und es muss nicht immer eine neue Prothese sein. „Sehr oft kann der vorhandene Zahnersatz mit speziellem Prothesenkunststoff an die neue Kiefersituation angepasst werden“, begründet Prof. Lauer. Ein bewährter Weg ist die Unterfütterung im zahntechnischen Meisterlabor.

In der Zahnarztpraxis wird die veränderte Kiefersituation zusammen mit der Prothese im Mund abgeformt. Zahntechnikerinnen und Zahntechniker passen basierend auf dieser Abformung die Prothese an. Die Basis wird von unten (Richtung Kieferkamm) mit dem gleichen Kunststoffmaterial aufgebaut, aus dem die Prothese hergestellt worden ist. Die Zähne bleiben von diesen Maßnahmen unberührt. Nach der Unterfütterung sitzt die Zahnprothese wieder passgenau auf dem Zahnfleisch; nichts wackelt und kippelt mehr. Oft erhält die Prothese im Meisterlabor zugleich eine professionelle Reinigung und Politur.

Mini-Implantate können eine Alternative sein

In der modernen Zahnmedizin werden immer häufiger auch Zahnimplantate empfohlen. Um der Zahnprothese wieder Halt zu verleihen, können Mini-Implantate mit einem Kugelkopf eine bewährte und zugleich kostengünstige Lösung sein. Kleine Titanstifte werden auf schonendem Weg in den Kieferknochen gesetzt. In der Regel sind wenige Implantate (zwei bis vier) ausreichend, um der Prothese wieder Halt zu geben. Ein großer Vorteil: Oft kann die vorhandene Prothese umgebaut werden. Es wird also kein neuer Zahnersatz notwendig. Im Dentallabor wird in den Zahnersatz das Gegenstück zum Implantatkugelkopf eingearbeitet. Die Prothese kann dann über einen Klick-Mechanismus einfach in den Mund eingesetzt und aus dem Mund entnommen werden.

KpZ-Experten-Tipp: Soforthilfe bei Druckstellen

Bei Druckstellen im Mund lindert eine Spülung mit warmem Salzwasser akute Schmerzen. Zudem helfen Hausmittel wie Kamillen- oder Arnikatinktur dabei, das gereizte Zahnfleisch zu beruhigen. Auch desinfizierende Mundspülungen können zur Heilung beitragen. Grundsätzlich ist jedoch zu empfehlen: Suchen Sie die Zahnarztpraxis auf und lassen Sie sich fachgerecht helfen. Versuchen Sie nicht, Ihre Zahnprothese selbst anzupassen.

13.07.2021 DGA | Quelle: Kuratorium perfekter Zahnersatz e.V.



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