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Neue Website der Verbraucherzentralen: Genussvoll älter werden

Auch in hohem Alter noch körperlich und geistig fit sein – wer möchte das nicht? Genussvoll zu essen ist dabei eine wichtige Zutat. Entscheidend ist – trotz reduziertem Energiebedarf – mit allen Nährstoffen ausreichend versorgt zu sein. „Die richtige Auswahl am Supermarktregal, kluger Umgang mit Werbeversprechen und Wissen rund um Lebensmittel tragen maßgeblich dazu bei“, sagt Angela Clausen, Ernährungs-Fachfrau der Verbraucherzentrale NRW.

Wie sinnvoll sind laktose- oder glutenfreie Lebensmittel? Bringen Nahrungsergänzungsmittel den gesundheitlichen Kick? Sind proteinangereicherte Produkte hilfreich? Die Verbraucherzentralen haben im Internet unter www.verbraucherzentrale.de/genussvoll-aelter-werden jetzt zu über 40 Themen Wissenswertes rund ums Essen und Trinken im Alter zusammengestellt.

Wer sich durch die Seiten klickt, kann Lebensmittel unter die Lupe nehmen und durch eine kleine Warenkunde navigieren. Vom idealen Durstlöscher über die Bedeutung von Fett in der Seniorenernährung bis hin zu Kennzeichnungsvorschriften bei Lebensmitteln, werden wichtige Fakten an die Hand gegeben. So ist zu erfahren, dass auch ältere Menschen von den Inhaltsstoffen der Milch und insbesondere Joghurt profitieren. Die beschriebene Vielfalt an Getreideprodukten gibt Anregungen für einen abwechslungsreichen Speiseplan und es werden die Tricks der Anbieter entlarvt, mit denen diese versuchen, beim Einkaufen zu beeinflussen. Zudem werden Missverständnisse zu Mindesthaltbarkeits- und Verbrauchsdatum aufgeklärt. Aber auch Auswahlkriterien für den Menüdienst werden aufgezeigt. Außerdem finden sich auf den Webseiten wichtige Adressen für weitere Anlaufstellen und Institutionen. Tipps für die gute Küche und Links zu Rezeptsammlungen runden den Wegweiser zum genussvollen Älterwerden ab.

Und wenn es ohne Unterstützung nicht mehr geht, gibt es Auskunft zu möglichen Hilfen im Haushalt.

Das Informationsangebot im Internet wurde im Rahmen eines Projekts der Verbraucherzentralen erstellt und mit Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft finanziert.

www.verbraucherzentrale.de/genussvoll-aelter-werden Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.

Zum Welt-Alzheimer-Tag am 21. September

Die Alzheimer-Krankheit ist mit 1,2 Millionen Patienten alleine in Deutschland eine Volkskrankheit. Durch umfangreiche Aufklärungsarbeit, Kinofilme und Outings von Prominenten ist die häufigste Demenzform längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Dennoch werden viele Symptome immer noch von Betroffenen und deren Angehörigen als „Altersvergesslichkeit“ eingestuft. „Ich ernte immer wieder verwunderte Gesichter, wenn ich darauf im Sprechzimmer antworte, dass Alter per se keine Krankheit ist“, sagt Dr. Michael Lorrain, seit über 30 Jahren niedergelassener Nervenarzt mit Praxis in Düsseldorf und Vorstandsvorsitzender der Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI).

Die AFI fördert Grundlagenforschung, um die Puzzleteile zu finden, die zum Gesamtverständnis der Alzheimer-Krankheit noch fehlen. Darüber hinaus klärt sie mit kostenlosem Informationsmaterial über die Erkrankung auf.

Vor dem Welt-Alzheimer-Tag am 21. September spricht sich Dr. Lorrain für regelmäßige Gedächtnis-Check-Ups aus. „Es werden ab 70 alle möglichen Vorsorgeuntersuchungen zum Beispiel zur Erkennung von Herz-Kreislauf-Problemen gemacht. Warum soll das Gehirn da außen vor bleiben? Eine kleine, wenige Minuten dauernde Testung kann bereits einen Hinweis darauf geben, dass eine ausführlichere Diagnostik sinnvoll ist“, sagt Dr. Lorrain. „Es ist bemerkenswert, dass Krankheiten wie Krebs, die viel mehr Menschen töten, bezüglich der Diagnostik viel selbstverständlicher hingenommen werden als die Prüfung des Gedächtnisses. Es heißt also: Aufmerksam bleiben und bei Unsicherheit und Verdacht auf Gedächtnisprobleme zum Arzt gehen – am besten zum Nervenarzt“, so Dr. Lorrain weiter.

Noch ist die Diagnose der Alzheimer-Erkrankung aufwändig. Neben einem Arztgespräch, einer körperlichen Untersuchung und Gedächtnistests können eine Nervenwasseruntersuchung und bildgebende Verfahren zum Einsatz kommen. Eine Untersuchung von Blut und Urin wird bislang zum Ausschluss anderer Erkrankungen eingesetzt. Das könnte sich bald ändern. „Im Bereich der Diagnoseforschung geht es hauptsächlich darum, Biomarker, also körperliche Merkmale, zu finden, anhand derer man die Krankheit nachweisen kann. Zurzeit forschen zum Beispiel viele Wissenschaftler daran, Alzheimer im Blut nachzuweisen. Ich denke, in etwa zwei bis drei Jahren werden wir einen Bluttest haben, die Entwicklungen hierzu sind schon recht weit“, sagt Prof. Dr. Thomas Arendt, Leiter des Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung an der Universität Leipzig und Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der AFI. Nicht nur für die Patienten wäre das ein großer Vorteil. „Wir Ärzte wünschen uns natürlich immer einen einfachen Nachweistest“, sagt Dr. Lorrain. Trotzdem müsse auch mit Fortschreiten der Erkrankung erneut überprüft werden. „Im Verlauf der Alzheimer-Erkrankung kann es zu Veränderungen durch begleitende Erkrankungen wie Durchblutungsstörungen kommen. Das muss dann in die Therapie einfließen.“

Neue therapeutische Möglichkeiten könnte der Wirkstoff Aducanumab bieten. Der Antikörper gegen die für Alzheimer typischen Eiweißablagerungen aus Beta-Amyloid wurde in den USA zur Zulassung eingereicht und könnte damit als erstes neues Alzheimer-Medikament seit 2002 auf den Markt kommen. Eine Entscheidung der FDA (U.S. Food and Drug Administration) fällt spätestens im März 2021. Der Hersteller Biogen befindet sich auch in Gesprächen mit der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA über eine Zulassung des Medikaments in Europa. Heilen kann Aducanumab die Alzheimer-Krankheit nicht, eine leichte Verzögerung des kognitiven Abbaus scheint dagegen möglich. „Eine große Herausforderung für die Forschung sind der klinisch stumme Beginn und der langsame Erkrankungsverlauf. Es vergehen wahrscheinlich Jahrzehnte, bevor erste Anzeichen der Neurodegeneration sichtbar werden. Bis dahin ist aber im Gehirn schon ganz viel passiert, was wir nicht mehr umkehren können“, sagt Prof. Arendt. „Bis wir die Krankheit heilen können, wird es deshalb leider noch einige Zeit dauern. Bis dahin arbeiten wir daran, den Ausbruch der Erkrankung hinauszuzögern sowie in verschiedenen Erkrankungsphasen eine weitere Verlangsamung des Krankheitsverlaufs und eine Linderung der Symptome erreichen zu können“, so Prof. Arendt weiter.

„Eine Verbesserung wäre auch eine intensivere ambulante gerontopsychiatrische Versorgung vor allem in Heimen“, sagt Dr. Lorrain. „Damit könnten viele belastende und gefährliche Komplikationen wie ein Delir im Ansatz verhindert werden. In den Niederlanden sind gerontopsychiatrische Praxen direkt Pflegeheimen angegliedert, so dass solche Komplikationen oft früh erkannt und behandelt werden können. Für Deutschland wünsche ich mir mehr Schulungen von Ärzten, Altenpflegern, Krankenschwestern und Stationspersonal.“ Bildunterschrift: Prof. Thomas Arendt (l.) und Dr. Michael Lorrain

Autofahren und Demenz im Film erklärt

Selbstständiges Autofahren bedeutet für viele Menschen Unabhängigkeit und die Chance, an vielerlei Aktivitäten teilhaben zu können. Eine Demenzerkrankung beeinträchtigt die Fahrtüchtigkeit zunehmend. Doch die Betroffenen wollen auf diese Form der Mobilität oft nicht verzichten. Ein neuer Film der Initiative Demenz Partner zeigt den Angehörigen der Erkrankten verschiedene Lösungswege auf, wie sie mit Konflikten zu diesem Thema umgehen können.

Mit einer beginnenden Demenz können manche Betroffene noch sicher Auto fahren. Doch wenn die Erkrankung fortschreitet, nimmt die Fahrfähigkeit ab und die Betroffenen können sich und andere gefährden. Angehörige stehen häufig vor der Herausforderung, die oder den Erkrankten davon überzeugen zu müssen, auf das Autofahren zu verzichten. Diese Situation ist meist konfliktbeladen. Um Angehörigen erste Lösungsansätze aufzuzeigen, hat die Deutsche Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) im Rahmen der Initiative Demenz Partner den Kurzfilm „Autofahren und Demenz“ produziert. Im Film kommen zwei Angehörige von Menschen mit Demenz zu Wort, die über ihre eigenen Erfahrungen berichten. Mit ergänzenden Animationen wird das Thema leicht verständlich vermittelt.

Der Film „Autofahren und Demenz“ steht auf der Homepage der Initiative Demenz Partner, www.demenz-partner.de, sowie im YouTube-Kanal der DAlzG, www.youtube.com/c/DeutscheAlzheimerGesellschaftev, allen Interessierten kostenfrei zur Verfügung.

Gesundheitsportal geht online

Mit dem 1. September startet das Bundesministerium für Gesundheit ein Nationales Gesundheitsportal: Unter www.gesund.bund.de sollen sich Bürgerinnen und Bürger künftig schnell, zentral, verlässlich, werbefrei und gut verständlich über alle Themen rund um Gesundheit und Pflege informieren können.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: „Gerade die Corona-Pandemie zeigt, wie wichtig seriöse Gesundheitsinformationen sind. Nur wer informiert ist, kann sich und andere schützen. Mit dem Nationalen Gesundheitsportal wollen wir Bürgerinnen und Bürger aber auch jenseits von Corona zu Fragen rund um ihre Gesundheit informieren - schnell, benutzerfreundlich und fundiert. Wer Gesundheit googelt, soll künftig auf dem Nationalen Gesundheitsportal landen.“
Welche Informationen bietet das Nationale Gesundheitsportal?

Auf dem Nationalen Gesundheitsportal können sich interessierte Bürgerinnen und Bürger ab heute über die häufigsten Krankheitsbilder (u.a. Krebserkrankungen, Herzkreislauferkrankungen oder Infektionserkrankungen) informieren. Außerdem werden zahlreiche Beiträge zu verbrauchernahen Themen wie Pflege, Prävention und Digitalisierung angeboten. Weitere Themenschwerpunkte sollen Schritt für Schritt hinzugefügt und das Spektrum an Angeboten kontinuierlich weiterentwickelt werden.
Wer betreibt das Portal?

Das Nationale Gesundheitsportal wird in Verantwortung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) betrieben.

Mit dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und dem Robert Koch-Institut (RKI) standen dem BMG renommierte Content Partner zur Seite. Bei der Arzt- und Krankenhaussuche wird das BMG außerdem durch die „Weisse Liste“ der Bertelsmann Stiftung sowie anerkannte Expertinnen und Experten zu einzelnen Fachthemen unterstützt.  Die Inhalte basieren auf aktuellen Forschungsarbeiten und Meta-Studien.
Wer prüft die Qualität der Informationen?

Wenn es um gute Gesundheitsinformationen geht, ist Transparenz und Qualität ganz wichtig. Daher sind alle Prozesse zur Erstellung der Inhalte klar beschrieben. So ist für den Nutzer nachvollziehbar, wer den Beitrag fachlich geprüft hat, wie aktuell der Stand des Artikels ist und auch welche Quellen den Inhalten zugrunde liegen.

Künftig sollen ausgewiesene Experten die Redaktion zu methodischen Fragestellungen bei Erstellung von guten Gesundheitsinformationen unterstützen.  Um das Angebot nutzerfreundlich weiterzuentwickeln, sollen fortlaufend Analysen zu zielgruppenorientierten Interessen durchgeführt werden.
Wie funktioniert das Portal technisch?

Das Nationale Gesundheitsportal startet auf dem neusten Stand der Technik. Auch die Vorgaben zur Barrierefreiheit (BITV 2.0) sowie das Angebot der Gebärdensprache werden erfüllt. Alle Videos sind untertitelt.

Alle Server des Portals befinden sich in Deutschland und entsprechen den Sicherheitskriterien des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Es sind ausreichend Serverkapazitäten vorhanden, so dass auch bei einer sehr hohen Belastung durch viele Zugriffszahlen eine reibungslose Nutzung gewährleistet werden kann.

Mehr Informationen unter: www.gesund.bund.de

10.09.2020 DGA | Quelle: Bundesministerium für Gesundheit



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